Mittwoch, 12. August 2015

Erste Eindrücke

Nun sind wir schon mehr als zwei Wochen in Buenos Aires und haben uns schon etwas eingelebt und fühlen uns fast als richtige "Portenyas" (wie sich die Leute hier nennen)! ;D Vielleicht noch nicht ganz, aber es wird sehr schnell einfacher, wenn man mal eine Wohnung hat und die Öffis und den Stadtplan circa versteht. Ich wollte in diesem Blog-Eintrag deshalb einige erste Eindrücke von Buenos Aires festhalten. Wir hatten zwar keinen Kulturschock, aber hier läuft doch definitiv einiges anders.

Preise
Wie bereits erwähnt, sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass Lateinamerika billig ist und deshalb Buenos Aires auch. Nein, nein, die Preise hier sind genau so hoch wie in Österreich. Sehr eigenartig ist vor allem das Verhältnis mancher Preise. Manche Sachen sind sehr billig und andere extrem teuer. Extrem teuer zB.: Schokolade (eine 100g Milka kostet 6€... ), Tiefkühlpizza. Billig z.B.: Orangen, Eier, Süßkartoffeln, Öffis, Zigaretten. Also wer sparsam sein will, kann versuchen sich ausschließlich von letzteren zu ernähren ^^
Also ein halbwegs billiges Leben ist nur möglich, wenn man den Blue Rate Kurs ausnützt und bare Euros in Pesos wechselt. 

Busse
Wer sagt, dass man die Bus-Tür erst öffnen muss, wenn der Bus steht bzw. erst losfahren kann, wenn die Tür geschlossen ist? Ach! Das dauert ja viel zu lange! Auf solche Formalitäten verzichtet man hier. 

Pünktlichkeit
Wer mich kennt, weiß, dass ich und Pünktlichkeit nicht wirklich zusammen passen und viele arme FreundInnen schön öfters auf mich warten mussten ^^ Aber hier hat die Unpünktlichkeit ganz andere Dimensionen. In Spanien empfand ich die "flexible Pünktlichkeit" als sehr angenehm, aber hier kann es schon mal vorkommen, dass man eine Stunde selbst bei mehr oder weniger geschäftlichen Terminen wartet. Selbst mir is das zuviel und das heißt was :D
Zu meiner letzten Vorlesung ist der Professor auch über eine Stunde zu spät gekommen und hat die Vorlesung auch 2 Stunden früher als geplant beendet ^^

Begrüßung 
In Argentinien gibt man 1 Beso zur Begrüßung. Also nur ein Bussi auf die rechte Wange. Und zwar allen, egal ob Mann-Mann, Frau-Frau, Mann-Frau oder auch bei 70-jährigen Damen...
Und es ist genau eines, nicht zwei wie bei den FranzösInnen oder wie bei uns (meist nur unter Mädchen). Das kann schon mal zu Verwirrungen führen ^^
Allgemein sind die Umgänge hier informeller. Das "Usted" also die Sie-Form benutzt man auch eher selten.

Argentinisches Spanisch
Where should I start? :D Ich glaub das wird besser ein eigener Post haha

Argentinisches Fernsehen
Also das argentinische Fernsehen besteht zu 70% aus Nachrichtensendern, davon die Hälfte über Fussball und der Rest sind Kochsendungen oder Kindersendungen. Ich bin nicht sicher, ob wir nur einen schlechten Kabelanschluss haben oder ob das normal ist :D
EDIT: Das waren nur die nationalen und lokalen Sender anscheinend. Hab viele internationale gefunden nun :D Wie auch amc! Yey, Fear of the Walking Dead schauen ^^

Hier noch paar Fotos

Friedhof von Recoleta:


Evita Duartes Grab im Friedhof von Recoleta:


Das berühmte Touristen-Stadtviertel La Boca (hier gibts viele bunte Häuser, unzählige Souvenir-Shops und Tango-Shows auf der Straße. Aber nur beim sogenannten Caminito, der Rest von La Boca ist ein Armenviertel und recht gefährlich):










Montag, 10. August 2015

Aller Anfang ist schwer

Bevor mein Abenteuer in Buenos Aires beginnen konnte, mussten wir (Shilu und ich) zuerst eine über 30-stündige Flug-Odysee über uns ergehen lassen. Wir sind zwar mit einer sehr guten Airline (Emirates) geflogen, doch trotzdem zehrt ein 8-stündige Transit-Aufenthalt mitten in der Nacht in Dubai und ein darauffolgender 19 Stunden am Stück- Flug gscheit an den Nerven. In Dubai gab es zumindest gratis Essen für uns (unbedingt sich vor Ort informieren falls ihr mal länger als 4h Transit in Dubai habt)!

Doch irgendwann hatten wir es geschafft und waren in unserem Hostel angekommen. Das Hostel hieß "Buenos Artes" und ist definitiv nicht zu empfehlen, trotz der recht positiven Internet Reviews. Es war sehr alt, der Strom fiel zweimal für mehrere Stunden aus und es war seeehr kalt. In Buenos Aires ist es ja Winter, also eher sowas was wir als Herbst bezeichnen würden, also so 15 Grad. Obwohl wir beide normal nicht sehr pingelig sind, wollten wir beide so schnell wie möglich aus dem Hostel ausziehen. Wir blieben schließlich 5 Tage bis wir unser kleines aber schönes vorübergehendes Apartment im schönen Stadteil Recoleta gefunden hatten. Wir haben jedoch 2 ganz liebe Mädchen in unserem Zimmer kennen gelernt: Kelly aus Brasilien und Camille aus Frankreich (die auch hier studiert für ein Semester)!

Zu Beginn gab es natürlich einiges zu organisieren und kennen zu lernen. „Wo krieg ich ein Öffi-Ticket“, „Wo krieg ich eine SIM-Karte“ und nicht zuletzt „Wo krieg ich eine Wohnung“ – das sind die Herausforderungen eines/einer jeden AustauschstudentIn in den ersten Tagen. Sehr hilfreich und fast lebensnotwendig ist es in Buenos Aires auch zumindest ein bisschen Spanisch zu können, da viele Menschen nicht Englisch sprechen. Erst nachdem wir diese Sachen erledigt hatten, konnten wir das erste Mal ein bisschen was schönes aus der Stadt anschauen. Hier einige Infos für zukünftige Reisende, die wir durch Berichte von anderen (vor allem David, der selbst auch ein Auslandssemester hier gemacht hat und uns viel geholfen hat) und eigener Erfahrung gesammelt haben:


Öffis
Man kauft sich eine sogenannte SUBTE-Karte, die man mit Guthaben auflädt. Die Öffis sind eines der wenigen Sachen, die billig sind in Argentinien. SUBTE Karte kriegt man in einigen Kiosco (kleine Gschäftln, die allgegenwärtig sind) und kann man in fast jedem Kiosco aufladen. Eine Fahrt kostet ca. 4 Pesos (offizieller Kurs 10 Pesos = 1€ ). Die Ubahnen fahren zwar nur bis 22 Uhr aber dafür ist das Bus-Netz sehr gut ausgebaut!

Geld
Was einem gleich auffällt und zumindest beim Wohnung suchen problematisch wird, ist, dass Argentinien teuer ist und immer teurer wird. Wenn man aus einem Euro-Land kommt hat man jedoch einen entschiedenen Vorteil. Man kann Euros zum Blue Rate Wechselkurs wechseln. Das sind so halblegale Einrichtungen. Man sollte das auf keinen Fall auf der Straße machen, aber wenn man eine seriöse Stelle kennt, ist da wirklich nichts dabei. Ich war zuerst auch sehr skeptisch und hatte deshalb viel zu wenig Bargeld mit, aber das gehört in Argentinien einfach dazu :D Wie gesagt, der offizielle Kurs ist 1€ = 10 Pesos. Der Blue Rate Kurst ist 1€ = 16 Pesos oder mehr. Dann braucht man auch nicht mitten in der Nacht wie wir zu 4 verschiedenen Banken rennen, bis man eine findet, bei der man mit der DKB-Karte abheben kann.

SIM-Karte
Gibt es in einigen wenigen Kioscos, aber einfacher zu einem Shop zu gehen, wo sie einen auch ein bisschen helfen können. In unserem Fall war das "Claro" und wir zahlen ca. 100 Pesos pro Monat fürs Internet.

Wohnung
Wohnung suchen ist eine Kunst für sich. Obwohl die meisten Teile von Buenos Aires genau so gefährlich wie eine europäische Großstadt sind, gibt es doch einige Regionen, die man vermeiden sollte. Immer wenn wir dachten, dass wir das durchschaut hatten und eine tolle Wohnung gefunden haben, kam es dann doch anders. Im Endeffekt haben wir dann eigentlich vor allem in Recoleta und Palermo gesucht. Dort ist super ^^ Keine Gegenden zum Einkaufen, da zu teuer, aber vor allem Recoleta sehr schön und Palermo zum Fortgehen aus super. Für die Wohnungssuche gibt es unzählige FB-Gruppen mit "Alquilar Temporario"etc. Wir haben uns schließlich für den einfacheren Weg über AirBnB entschieden, da es mir nach einer Zeit einfach zu anstrengend war über diese FB-Gruppen.
Einige nützliche Links: www.compartodepto.com, http://buenosaires.de.craigslist.org/search/apa, airbnb.at

Erste Impressionen von Buenos Aires

Plaza de Mayo:


Planetarium Galileo Galilei:


Lagos de Bosque de Palermo:


Natur gleich neben der Stadt: